Interview mit den Machern der Bahlinger Kunstausstellung – der Hoselips Posse

Seit wann besteht die Gruppe, die die ‚Bahlinger Kunstausstellung‘ organisiert und wer steckt dahinter?

Wir sind eine Gruppe, die in fast gleicher Besetzung seit 1999 besteht. Die erste Ausstellung fand aus einer spontanen Idee heraus statt, worauf wir in den folgenden Jahren mit mehr Planung und Professionalität die 2BK, 3BK, 4BK, 5BK, 6BK und (10 Jahre später) zuletzt die 7BK durchführten.

Was ist das genau für eine Idee, die hinter der Aktion steckt?

Die Grundidee entstand damit, den „traditionellen“ 1. Mai-Scherzen eine Aktion entgegenzusetzen, die den Betrachter zum genaueren Hinsehen bewegen soll, gleichzeitig aber auch das gleiche „öffentliche Forum“ zu gebrauchen. Zwangsläufig wird jeder, der sich in der Zeit nach dem 1. Mai durch das Dorf bewegt, mit unseren Werken – Gemälden, Skulpturen und Installationen – konfrontiert.

Also eine Künstler-Gruppe?

Wir betrachten uns dabei durchaus als Gruppe mit künstlerischem Anspruch, da wir uns bei jeder Ausstellung mit einem mehr oder weniger konkreten Thema auseinandersetzen, womit wir den Betrachter konfrontieren und zum Denken bewegen wollen. Das fing 1999 damit an, dass wir auf ungewöhnliche Weise mit unseren Objekten ins gewohnte Dorfbild eingegriffen haben. Die bisherigen Themen waren:

  1. BK: „Freistil“ (1999)
  2. BK: „Heimat contra Provinzialität“ (2001)
  3. BK: „Konfrontation mit der Freiheit“ (2002)
  4. BK: „Lakenschlacht“ (2003)
  5. BK: „… mach mit!“ (2004)
  6. BK: „3-Zimmer-Ort“ (2005)
  7. BK: „Zurück zur Kunst“ (2015)

Welche Rolle spielt der „Veranstaltungsort“ Bahlingen im Rahmen der Ausstellung?

Ganz praktisch kommen wir (fast) alle aus Bahlingen und haben somit (sowohl positiven wie auch negativen) Bezug zum Dorf. Wir sind außerdem fest davon überzeugt, dass sich dadurch auch Leute, die sich normalerweise nicht mit Kunst beschäftigen und nicht ins Museum gehen, mit unseren Werken auseinandersetzen können. Nach dem Motto: Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, kommt der Berg eben zum Propheten!

Warum handeln sie anonym?

Getreu der Grundidee wollen wir niemanden Schaden zufügen, dennoch handelt es sich bei unserer Ausstellung um eine nicht genehmigte Aktion, die somit – rein rechtlich – illegal ist.

Wie sieht konkret der Entstehungsprozess aus?

Wir machen von der künstlerischen und organisatorischen Planung bis zur Durchführung alles selbst. Das Material für die einzelnen Werke und sonstige Kosten tragen wir bis jetzt selbst; das heißt, die Ausstellung ist neben dem ideellen auch ein großer finanzieller Aufwand, weshalb wir zu Spenden auf unser Spendenkonto bei der Sparkasse Freiburg (IBAN: DE56 6805 0101 3201 1956 56) aufrufen, um auch weiterhin künstlerisch aktiv sein zu können.

Kontakt

Für weitere Fragen erreichen Sie uns per E-Mail: info@bahlinger-kunst.de