3. Bahlinger Kunstausstellung
1. – 2. Mai 2002
Wie es scheint konnte Bahlingens Verwaltung mit dem Motto „Konfrontation mit der Freiheit“ nicht viel anfangen. Wegen „schlechten Wetters“ und der Ereignisse in Erfurt wurden die Exponate seitens der Gemeinde bereits am Folgetag entfernt – im Nachhinein aber dennoch gewürdigt.
Exponate
Lageplan
Infomaterial
Pressespiegel
Badische Zeitung | 4. Mai 2002
„Hoselips-Posse“ lud ein zum Kunst-Parcours
Unbekannte boten ungewöhnlichen Mai-Scherz in Bahlingen
BAHLINGEN (ap). Auch in diesem Jahr überraschten unbekannte Künstler die Bahlinger Bevölkerung mit einem ungewöhnlichen 1. Mai-Scherz. Wie schon 1999 und 2001 standen am Mittwoch plötzlich an markanten Punkten im Dorf insgesamt acht unterschiedlich gestaltete Skulpturen und Collagen. Dazu fanden die Dorfbewohner im Briefkasten ein Faltblatt mit näheren Informationen und einem Ortsplan mit den Standorten der Figuren. Dem Flugblatt war zu entnehmen, dass die als „dritte Bahlinger Kunstausstellung“ titulierte Aktion wieder unter dem Namen „The Hoselips-Posse“ lief. Zusätzlich machte ein Banner an der Rathausfassade auf die Aktion aufmerksam.
Die diesjährige „Kunstausstellung“ war jedoch von kurzer Dauer. Denn schon am Mittag des 2. Mai waren die Arbeiten aus dem Ortsbild verschwunden. Auf Anweisung von Bürgermeister Gerhard Breisacher hatten Bauhofmitarbeiter die Arbeiten entfernt und in Bauhof gebracht. Im Faltblatt war den Initiatoren der Aktion jedoch ein Fehler passiert, den denn die Figur Nummer 7 fand sich nicht im Bereich der Haltestelle Riedlen, sondern vor der Silberberghalle – und war deshalb wohl als einzige am Donnerstagabend noch an Ihrem Platz.
Gegenüber der BZ erklärte der Bürgermeister, Scherze zum 1. Mai sollten sich auch auf diesen Tag beschränken. Darüber hinaus habe er das große Plakat an der Rathausfassade im Hinblick auf die Trauerbeflaggung wegen der Ereignisse in Erfurt als störend empfunden. Und nicht zuletzt seien die Arbeiten wegen des Dauerregens bereits recht unansehnlich gewesen.
Informationen zur „Hoselips-Posse“ finden sich auch im Internet unter www.bahlinger-kunst.de.
Badische Zeitung | 16. Mai 2002 (Auszug)
Chancen stehen gut für Flurbereinigungspläne
BAHLINGEN (ap). … Klaus Kreutner brachte die „Hoselips-Posse“ vom 1. Mai zur Sprache. „Mit Schrecken“ habe er erfahren, dass die Kunstwerke schon am 2. Mai weggeräumt wurden. Hier hätte man mit mehr Sensibilität vorgehen sollen, die Jugendlichen hätten viel Zeit und auch ihr Taschengeld investiert. Kreutner schlug vor, dass die Arbeiten, falls noch vorhanden, in der Pausenhalle der Silberbergschule aufgestellt werden und die Gemeinde 100 Euro spendet. Bürgermeister Breisacher entschuldigte sich für das vorschnelle Abräumen der Kunstwerke am 2. Mai und sagte zu, die 100 Euro Zuschuss aus seiner eigenen Tasche zu bezahlen.
Badische Zeitung | 7. Juni 2002
„Hoselipsposse“ will weitermachen
BAHLINGEN (BZ). Die alternative Kunstausstellung zum 1. Mai in Bahlingen, organisiert von einer anonymen Gruppe namens „Hoselipsposse“, sorgte im Ort für allerhand Resonanz. In einem Schreiben an die BZ meldeten sich jetzt die jungen Leute selbst zu Wort. So sehr man über das schnelle „Verschrotten“ der Kunstwerke durch die Gemeinde enttäuscht gewesen sei, so sehr sei man von der überraschenden Solidarisierung vieler Einwohner mit der Aktion beeindruckt gewesen, sei es durch Leserbriefe, e-Mails oder auch Spenden auf das Spendenkonto. Auch die nachträgliche Entschuldigung von Gerhard Breisacher vor dem Gemeinderat habe man zur Kenntnis genommen. Fazit der Gruppe: „Somit sehen wir uns darin bestärkt in Zukunft weiterzumachen.“ Als zumindest minimale Entschädigung für den entgangenen „Kunstgenuss“ stehe jetzt eine ausführliche Fotodokumentation auf der Internetseite der Gruppe (http://www.bahlinger-kunst.de) bereit.
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